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(M)eine Stadt – Eine Stadt verändert sich, immer

Diese Stadt ist meine Heimat. Mein Zuhause und mein sicherer Hafen.
Seit ich denken kann (und darüber hinaus) lebe ich hier.
Zuerst ein bisschen weiter draußen, dann zog es mit immer weiter rein.
Über all die Jahre beobachte ich, wie die Stadt sich verändert.
Veränderung ist für mich nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Es ist einfach der Lauf der Dinge. Veränderung gehört zum Leben, sie ist Leben.

Wie viel Show verträgt die Stadt?

Auch ich selbst verändere mich. Früher ging ich ab und an zu größeren Events, wie dem G-Move oder dem Hafengeburtstag. Es war was besonderes, viele Menschen trafen sich und hatten Spaß. Damals waren auch noch der ein oder andere Hamburger dabei.
Wenn ich jetzt in der U-Bahn fahre und auf den Bildschirmen Werbung sehe, die das nächste große Sport- oder Party-Event, mitten in der Innenstadt, anpreist, könnte ich kotzen. Ein Ereignis jagt das nächste und neben der Anzahl, wird auch deren Größe jedes Jahr übertroffen. Gefühlt zumindest.

Sprechen wir von einer Obergrenze, für Touristen…

Der Sommer in Hamburg ist meist nass und nicht besonders warm. So manches Jahr, war der Frühling wärmer und sommerlicher, als der Sommer. Im Frühling bekommt man dann schon den ersten Eindruck, was es heißt, wenn die Politik alles daran gibt, mehr und mehr Touristen in die Stadt zu locken. In einem gewissen Maße stört mich das nicht, man ist ja selbst oft genug Tourist. Doch die Dosis ist entscheidend, in der es den hier Lebenden zugemutet wird. Ich jedenfalls gehe nicht mehr auf einen Sonntag an den Hafen oder am Samstag an den Jungfernstieg. Auch wenn es schön dort ist.

Wo will ein Hamburger wohnen? In Hamburg.

Meine zahlreichen Umzüge machen mir deutlich, dass die Stadt immer teuerer wird. Keine neue Erkenntnis, aber umso schmerzhafter, wenn man sich vor Augen führt, dass man in der ersten eigenen Wohnung vermutlich hätte wohnen bleiben sollen.

Es gab Zeiten, da ging über ein Drittel meines Einkommens für die Miete drauf. Und das Einkommen hat die 2.000 Euro Marke nicht überschritten. Ein Drittel ist doch normal, sagen die einen. Ja, aber nicht, wenn ich mit meiner Miete zum Reichtum anderer beitrage, die es nicht Nötig haben.

Und ein Drittel für etwas ausgeben, was ich muss? Um für das System zu Existieren, braucht man einen Wohnsitz. Man ist gezwungen, in einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, auch wenn man eine andere Lebens- und Wohnform bevorzugen würde. Ohne Wohnung keine Meldeadresse und ohne die, hat man generell einfach mal Anspruch auf gar nichts.

Eine Liebe, keine Liebe

Meine Heimat, ist die Stadt. Hier lebe ich mein Leben lang, hier arbeite ich mein Leben lang. Ich liebe diese Stadt.
Doch wie fühlt es sich an, wenn man von etwas Geliebten ignoriert wird? Auch wenn die Verbundenheit ein Leben lang bestehen wird, so ist sie doch recht einseitig. Geliebt werden nur die, die Geld bringen und im Hotel übernachten und die, die Geld haben und sie die teuren Mieten leisten können.

So langsam wächst ein Gedanke, das ich dieser Stadt eines Tages den Rücken kehren werde. Weil es nicht mehr meine Stadt ist, sondern eine von vielen, die ihren Charakter verloren hat. Und deren Charme und Eigenheit nur noch in den Flyern des Stadt-Marketings hochgehalten werden, da sie schon lange der Gentrifizierung geopfert wurden.

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